Lavendel
Naturkosmetik aus Nah und Fern

Lavendel in der Kosmetik: Tipps von einer Lavendelmanufaktur aus dem Waldviertel

(Werbung) Lavendel ist eine meiner liebsten Heilpflanzen. Mit Bernhard Knapp, vom Felslindenhof aus dem Waldviertel, habe ich ein Interview über diese wunderbare Pflanze  geführt.

 

Ich verwende Lavendel nahezu täglich! Als Raumspray oder innerhalb von Kosmetikprodukten ist Lavendel, mit seinem herb-süßen Duft, für mich nicht mehr wegzudenken.

Lavendel wurde schon in der Antike verwendet, vielfach als Mittel um Krankenzimmer zu reinigen, aber auch um frisch gewaschene Wäsche duftend zu halten.

Der Lavendel gedeiht am besten auf unwegsamem, steinigem und trockenem Boden. Bekannt sind vor allem die Anbaugebiete der Provence und Großbritanniens. Lavendelanbau gibt es aber in sehr vielen Ländern. Ich habe die Lavendelfelder Italiens besucht und sogar in Österreich, im Waldviertel, den Lavendelanbau entdeckt.

Am Felslindenhof im Waldviertel wird Lavendel kultiviert und für Seifen- und Kosmetikprodukte weiterverarbeitet.

Lavendelfeld in Italien

Lieber Herr Knapp, es gibt ja sehr viele verschiedene Lavendelarten. Welche Lavendelsorte eignet sich besonders gut für die Kosmetikherstellung und warum? Auf was muss ich beim Kauf von ätherischem Öl achten?

Am besten eignet sich Lavandula offizinalis, der echte Lavendel oder Lavandula angustifolia. Dieser Lavendel hat die beste Qualität an ätherischem Öl und die vom Lavendel bekannte Wirkung: Nervenberuhigend, wirkt ausgleichend, antiseptisch, gut bei Hauterkrankungen aller Art, bei Narben, Entzündungen, Verbrennungen oder Insektenstichen. Der echte Lavendel lässt sich vermutlich als einziges ätherisches Öl unverdünnt auf die Haut auftragen. Das hängt natürlich von der Empfindlichkeit/allergischen Reaktion der Person ab.

Es ist sogar sehr wichtig, beim Kauf von ätherischem Öl darauf zu achten, um welche Lavendelsorte es sich handelt. Speiklavendel oder auch Lavandula latifolia hat eine andere Zusammensetzung als Lavandula angustifolia. Die Zusammensetzung ist kann stark variieren, je nach Herkunft des Lavendels.  Speiklavendel hat einen hohen Campergehalt und ist vor allem antibakteriell. Im Kontakt mit der Haut kann aber eine allergische Reaktion ausgelöst werden. Speiklavendel eignet sich gut in der Anwendung bei Erkältungskrankheiten, zur Insektenabwehr und bei Hautproblemen. Jedoch sollte man auf die Dosierung achten und die Hautverträglichkeit testen. Besonders Schwangere und Kinder sollten sehr vorsichtig mit der Anwendung sein bzw. vorab eine ExpertInnenmeinung einholen.

Die Produktion von Lavandin, eine weitere Lavendelsorte, ist sehr groß und die Pflanze bietet auch mehr Ertrag als der echte Lavendel. Aus 40 kg Lavandin kann man 1 Liter ätherisches Öl gewinnen. Für die Gewinnung der gleichen Menge ätherischen Öls aus dem echten Lavendel benötigt man 100 kg Pflanzenmaterial. Daher wird Lavandin oft im Handel angeboten. Diese Sorte eignet sich gut  für Raumsprays oder Bäder und als Massageöl. Jedoch ist die Qualität des ätherischen Öls mit dem von Lavandula angustifolia nicht zu vergleichen.

Am Etikett sollte immer angeführt sein, um welche Lavendelart es sich handelt. Generell kann gesagt werden, dass Bioöle eine bessere Nachvollziehbarkeit über die Herkunft des jeweiligen Lavendels für KonsumentInnen bieten.

Ist es möglich Lavendel, der auch für Kosmetik geeignet ist, im eigenen Garten zu züchten? Wenn ja, haben Sie dazu Tipps?

Die Gartenerde ist meist sehr nährstoffreich. Lavendel braucht, um einen hohen Ölgehalt aufzuweisen, einen nährstoffarmen Boden. Der pH-Wert des Bodens sollte bei 7,5 oder mehr liegen. Das kann man natürlich beeinflussen, indem man den Boden beispielsweise mit Sand oder Bodenkalk mischt. Dann kann man Lavendel durchaus im eignen Garten züchten. Es würde sich sicher auch anbieten, selbst zu destillieren. Meistens hat man ja verschiedenste Gartenkräuter: Salbei, Minze etc., das kann alles destilliert werden.

Vor dem Ernten des Lavendels sollte man auch darauf achten, dass der Boden trocken ist – also davor nicht gießen! Die Lavendelernte erfolgt am besten während einer sonnigen Periode. Die Pflanze produziert mehr ätherisches Öl nach vielen sonnigen Tagen. Ätherisches Lavendelöl lässt sich selbst destillieren oder man verwendet den Lavendel beim Kochen, als Dekoration oder als bewährtes Mittel zur Schädlingsabwehr im Kleiderschrank.

Ich habe selbst 2012 mit Gartenlavendel begonnen und seitdem damit experimentiert, bis heute ist eine richtige Produktion entstanden.

Es gibt zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für Lavendel. Ich habe gelesen, dass Lavendelhydrolat nicht so bekannt ist. Wie könnte man Lavendelwasser in der Kosmetik einsetzen und was ist das besondere an diesem Wasser?

Lavendelhydrolat ist ein hochwertiges Erzeugnis. Im Lavendelwasser macht man sich die ganze Pflanze nutzbar. Der Ölgehalt ist unterschiedlich, circa 0,1–0,5 % in Wasser gemischt. Andere wasserlösliche Substanzen der Pflanze sind ebenso enthalten. Die Inhaltsstoffe nimmt man über die Haut auf. Das Lavendelhydrolat ist ein Alleskönner. Man kann es als Gesichtstonic verwenden oder als Haarwasser bei leicht fettendem Haar. Es wirkt antibakteriell und beweist große Wirkung bei Narben und Schürfwunden. Im Gegensatz zum ätherischen Öl riecht es eher krautig.

Bernhard Knapp hat mir noch ein feines Lavendelrezept zum Selbermachen verraten. Ich werde es im nächsten Beitrag vorstellen!

Vielen Dank Bernhard Knapp für dieses informative und tolle Interview!!

Lavendel aus dem Waldviertel (c) Bernhard Knapp

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