Heilerde
Naturkosmetik aus Nah und Fern

Ton- und Heilerde

Ton- und Heilerde ist in der Kosmetik bekannt und beliebt. Ob als Gesichtsmaske, zur Reinigung oder als Vollbad — Tonerde ist ein wahrer Schatz.

Was hat es mit den unterschiedlich farbigen Erden auf sich? Und warum sieht man an den Stränden von Capo Rizzuto (Kalabrien) Menschen, die am ganzen Körper voller Tonerde sind? Dazu erfährst du in diesem Beitrag mehr.

Tonerde aus Italien

Allgemeines

Bezeichnungen wie Tonerde, Lavaerde oder Ghassoul, Kaolin und Heilerde (um die wichtigsten zu nennen) meinen alle samt Tonerden. Die Zusammensetzung der einzelnen Erden ist jedoch eine andere, ebenso wie ihre Herkunft.

Die Erden sind alle während der letzten Eiszeit entstanden. Die Grundlage der Erden ist Löss. In unterschiedlicher Mischung enthalten die Erden Quarz, Felsspat, Kalk, Mineralien und Spurenelemente. Die wichtigsten löslichen Mineralstoffe sind Kalzium, Kalium, Magnesium, Silizium, Eisen, Natrium und Aluminium (Aluminium nur in ganz geringer, nicht schädlicher Dosis). Diese bewirken auch die unterschiedliche Färbung der Erden. Ich finde die rosa Tonerde besonders hübsch! Sie ist allerdings nur ein Gemisch aus weißer und roter Erde.

Als Heilerde bezeichnet man grundsätzlich eine Tonerde die durch eine Arzneimittelzulassung ihre Wirkung bewiesen hat. Es gibt nur wenige Erden die diese Zulassung vorweisen können, die meisten Tonerden werden als Nahrungsergänzung geführt und sind natürlich durch ihre Lebensmittelqualität, keimfrei.

Was macht Tonerde nun so interessant für die kosmetische Anwendung?

Sie absorbiert Schmutz und andere Substanzen wie Talg oder Fett.  Die Saugkraft der Erden macht sie so besonders für die Reinigung. Verwendet werden sie vorwiegend für Peelings, Masken, Bäder oder als Haarpflege. Sie können aber beispielsweise auch bei Entzündungen als heiße oder kalte Wickel verwendet werden.

Heil- und Tonerde

 

Tonerde aus Italien

Tonerde wird in unterschiedlichen Gebieten der Erde abgebaut. Aus Sizilien stammt die grüne Argital Erde, die unter der prallen sizilianischen Sonne keimfrei gemacht wird. Nun habe ich aber auch von Tonerde aus Kalabrien gehört. Ich war ganz schön erstaunt, als ich Fotos von kalabrischen Stränden sah, wo sich Menschen mit Tonerde am ganzen Körper einschmieren und nach dem Trocknen im Meer wieder abwaschen. Darüber wollte ich mehr erfahren und habe Valentina Policatrese, die selbst aus Capo Rizzuto stammt, gefragt ob sie mir mehr darüber erzählen kann.

Liebe Valentina, woher kennst du die Anwendung von Tonerde?

Ich kenne die Anwendung von meiner Familie. Als Kind habe immer meine Verwandten gesehen, wie sie den Ton von der Hängen genommen haben und mit dem Meerwasser geschmolzen haben. Dann haben sie den ganzen Körper und das Gesicht damit eingeschmiert.

Wozu hast du die Tonerde verwendet?

Wir haben die Tonerde für unsere Haut verwendet. Die Haut wird sehr weich und gegen Akne hilft sie sehr gut. Ich habe Tonerde aber auch bei Entzündungen der Muskeln verwendet.

Was hast du für Erfahrungen mit Tonerde gemacht?

Ich habe mindestens einmal pro Woche eine Packung Ton auf den ganzen Körper aufgetragen. Als Kind war das sehr lustig, es war ein Spiel.  In der Pubertät war ich sehr fasziniert davon wie die Haut schöner geworden war.  Auch jetzt, wenn ich die Möglichkeit habe, verwende ich mehrmals diese Tonerde. Es ist 100% natürlich und gesund!

Vielen Dank liebe Valentina für diesen Einblick! Ich habe durch meine Recherchen kein offizielles Abbaugebiet in dieser Region gefunden. Es dürfte aber einfach eine alt bewährte Tradition sein, die Tonerde in Capo Rizzuto für sich zu nutzen. In Kombination mit Meerwasser ist das bestimmt eine tolle Beauty-Anwendung für die Haut!

Im nächsten Beitrag widme ich mich ausführlich der Anwendung von Ton- und Heilerde und stelle dir ein Rezept vor!

Alles Liebe,

 

 

 

Quellen:

Käser, Heike: Naturkosmetische Rohstoffe. Wirkung, Verarbeitung, kosmetischer Einsatz. Linz: Verlag Freya, 2016

Zimmermann, Gabriele: Heilerde für ein gesundes Leben. München: Herbig, 2010

Interview mit Valentina Policatrese

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