(Werbung) Waldbaden ist ja gerade in aller Munde. Ich habe eine Expertin, Ulli Felber,  zu diesem Thema befragt und möchte gerne wissen was den Wald so besonders für die Gesundheit des Menschen macht. Ich habe es sicher schon öfter erwähnt, ich liebe den Wald. Ein Waldspaziergang in der Woche ist mein Minimum. In das satte Grün der Baumkronen zu schauen, den Duft der Nadelbäume einzuatmen und dem Rauschen der Blätter im Wind zuzuhören, finde ich super. Natürlich habe ich auch schon die Schätze des Waldes für meine Rührküche genutzt. Baumharz, Waldhonig, Birkenblätter, Tannenwipfel sind alles wohl bekannte Ingredienzien in der Kosmetik und Volksheilkunde. Ich finde es sehr spannend, Studien darüber zu lesen  welchen gesundheitlichen Effekt der Wald auf Menschen hat und habe zum Thema Waldbaden eine Expertin befragt. Ulli Felber ist Dipl. Burnout-Prophylaxe Trainerin & Waldpädagogin i. A. Sie ist Buchautorin und bietet Ausbildungen und Workshops rund ums Waldbaden an. Liebe Ulli worin besteht der positive Effekt des Waldes auf die Gesundheit? Die Wald als Ganzes ist heilsam. Die Grüntöne wirken beruhigend auf den Menschen.  Der Aufenthalt im Wald hat eine stärkende Wirkung auf unser Immunsystem. In Laborexperimenten fand man zudem heraus, dass Baumterpene vor Krebs schützende Mechanismen ankurbeln und gegen Tumorzellen wirken können. Das Einatmen der gasförmigen Terpene in der Waldluft fördert die Bildung körpereigener Herzschutzsubstanzen. Naturgeräusche wirken ebenso positiv auf uns ein. Nicht umsonst gibt es Entspannungs-CD’s mit Naturgeräuschen. In einer Studie fand man heraus, dass diese Geräusche beruhigen wenn man gestresst ist und aktivieren wenn man keine Energie hat. Waldluft und Duft  sind gesund. Der Wald hat auch eine aromatherapeutische Wirkung. Zusätzlich wird das Duftgedächnis wird aktiviert. Viele Menschen in Mitteleuropa assoziieren den Wald mit  ihrer Kindheit oder  Urlaub. Die Luft im Wald ist so rein wie sonst nur auf den Bergen oder am Meer. Die Waldathmospäre trägt auch zu einer Distanz zum Alltag bei.  Stresshormone reduzieren sich und Probleme werden gelassener gesehen. Der Grad der Entspannung steigt je länger man sich im Wald aufhält.   Was kann Waldbaden, was ein Waldspaziergang nicht kann? Es gibt einen Unterschied zum normalen Waldbesuch. Man kann seiner Gesundheit etwas Gutes tun und mit einfachen Übungen den positiven Effekt des Waldes vertiefen. Natürlich hat auch ein einfacher Waldspaziergang eine positive Wirkung. Ein Waldaufenthalt bewirkt noch Tage danach aktivere Abwehrzellen im Blut oder einem ausgeglichen Blutdruck. Die Dauer der positiven Wirkung hängt natürlich von der Länge des Aufenthaltes im Wald ab. Man kann zum Beispiel durch Achtsamkeitsübungen oder Atemübungen den Effekt vertiefen. Eine einfache Praxis ist, sich ausschließlich auf einen Sinn zu konzentrieren wie zum Beispiel den Tastsinn (Wie fühlt sich die Rinde eines Baumes an, die Blätter etc. ). Eine Meditation im Wald wäre auch eine einfache Übung. Man sucht sich einen Platz im Wald aus und meditiert entweder mit geschlossenen Augen oder sinniert mit offnen Augen – so kann man den Wald mit allen Sinnen aufnehmen. Man konzentriert sich auf den Moment. Titelbild Was hat dich in den Wald geführt? Ich bin neben dem Wald aufgewachsen. Von klein an  habe ich viel im Wald gespielt. Später dann, im Arbeitsleben angekommen, habe ich dann gemerkt, dass ich  gut im Wald entspannen kann. Nach einem stressigen Tag bin ich in den Wald gegangen, das hat mir gut getan. So habe ich angefangen zu recherchieren und bin auf Shirin Yoko (dem japanischen Waldbaden) gestoßen. Ich habe neben meinem Job in der Werbebranche eine Ausbildung zur Burnoutprofilaxe gemacht und so kam eines zum anderen.  Der Bedarf war da,  so habe ich begonnen Konzepte und Übungen zum Waldbaden zu entwickeln. Der Wald war ja im Laufe der Geschichte eine ganz vielschichtige Projektionsfläche – mal ein Ort der Düsternis und der Angst, dann wieder ein romantischer Sehnsuchtsort. Woher glaubst du kommt es, dass dem Menschen der Wald nicht kalt lässt? Beschäftige mich viel mit animistischen Kulturen mit der Zeit wo das bei uns noch präsent war. Heute ist der Wald gepflegt, es gibt kaum Urwälder. Früher gab es andere Tiere im Wald auch gefährliche. Es war ein Ort voller geballter Mystik und eine andere Welt. Heute haben wir in Österreich immer noch sehr viel Wald. Jeder/e kann damit in Kontakt sein. Es ist eine große Ressource und für uns alle zugänglich.   Wald   Vielen Dank liebe Ulli für dieses erkenntnisreiche Interview!! Vielleicht kannst du die schönen Herbststunden noch nutzen um den Wald in all seiner Farbenpracht und Mystik zu genießen.   Alles Liebe